Aufgabe

Das Haus Brandenburg der Stiftung Brandenburg versteht sich als Dokumentationszentrum für das ehemals ostbrandenburgische Gebiet jenseits von Oder und Lausitzer Neiße. Hier werden Zeugnisse über die Geschichte und die Kultur dieser Region gesammelt, erschlossen, präsentiert und ausgewertet. Mit Vortragsveranstaltungen, wissenschaftlichen Tagungen und Exkursionen, Publikationen und Medienarbeit leistet das Haus einen Beitrag zur Erinnerungspflege und deutsch-polnischen Zusammenarbeit.

Der Stiftungszweck wird insbesondere durch

  • wissenschaftliche, schriftstellerische und künstlerische Arbeiten und deren Publikation,
  • Veranstaltungen (Konferenzen, Ausstellungen, Vortragsreihen),
  • deutsch-polnische Schüler- und Jugendprojekte

verwirklicht.

Das Haus vermittelt Kenntnisse über die Region und ihre Geschichte im In- und Ausland.

Die Provinz Brandenburg mit Kreiseinteilung im Jahre 1905 (Quelle: Wikimedia)

Im Zuge der Verwaltungsreform wurden 1938 die Kreise Arnswalde und Friedeberg der Provinz Pommern unterstellt. Der Provinz Mark Brandenburg angeschlossen wurden die Kreise Schwerin, Meseritz und Teile des Kreises Bomst aus der aufgelösten Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen. Als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs wurden durch Beschluss der Konferenz von Potsdam die Gebietsteile der Provinz Brandenburg östlich von Oder und Neiße „der polnischen Verwaltung unterstellt“ (Beschlusspapier). Diese wurden von der Bundesrepublik Deutschland erst 1990 im Zwei-plus-Vier-Vertrag anerkannt und sind heute Teile der polnischen Wojewodschaften Lubuskie, Zachodniopomorskie und Dolnośląskie.

Der Vergleich des Territoriums von Ostbrandenburg im Jahre 1939 und Ziemia Lubuska im Jahre 1949.

(Mit freundlicher Genehmigung von Prof. AMU Dr. habil. Beata Halicka. Quelle: Halicka, Beata/Diefenbach, Matthias (2018): Neumark/Ostbrandenburg/Ziemia Lubuska (Karte: Katarzyna Mikołajczyk), in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/regionen/neumarkostbrandenburgziemialubuska/, 13.10.2021.)

Die deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht bereits unter großen Opfern evakuiert, geflüchtet oder vertrieben worden war, durch Beschluss der Siegermächte zwangsausgesiedelt. Die neue Bevölkerung war inhomogen. Sie setzte sich zusammen aus polnischen Neusiedlern aus den von der Sowjetunion annektierten Ostgebieten, überwiegend aus Zentralpolen stammenden Umsiedlern, von der Ostgrenze in die neuen Westgebiete in der „Aktion Weichsel“ zwangsweise umgesiedelte Ukrainer und den wenigen verbliebenen Deutschen, den sogenannten „Autochthonen“.

Die deutsche Ostgrenze und die Westverschiebung Polens

(Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von: Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, https://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/der-zweite-weltkrieg/204484/karten-und-grafiken-kriegsfolgen/, 13.10.2021)

Die historische Region Ostbrandenburg ist deshalb ein doppelter Erinnerungsort. Für die vertriebene deutsche Bevölkerung ist sie die verlorene Heimat und für die umgesiedelte polnische Bevölkerung nach Jahrzehnten der Beschwerlichkeiten und Ungewissheiten die Heimat. Die Stiftung Brandenburg pflegt die Erinnerungen der aus dieser Region vertriebenen und dort noch lebenden deutschen Bevölkerung. Sie ist gleichermaßen in Kontakt mit den polnischen Gemeinden, die an der deutschen Geschichte ihrer Heimatorte interessiert sind und durch deutsch-polnischen Austausch dieses Erbe pflegen möchten.