Expertisen zu unseren Teilbeständen

Historiker, Wissenschaftler und Regionalforscher nutzen unser Haus regelmäßig als wichtigen Ort der Recherche und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit spezifischen Fragestellungen. In den vergangenen Jahren konnten bereits vier ausgewiesene Experten ausgewählte Teilbestände sowie Archivmaterialien aus unserem Hause eingehend sichten und auswerten. Die daraus entstandenen Expertisen leisten einen wertvollen Beitrag zur Forschung und Einordnung der Bestände.

Alle Expertisen stehen Ihnen hier als PDF-Dateien zum Download zur Verfügung.

Der Kulturwissenschaftler und Regionalexperte Robert Pietrowski untersuchte 2024 Bestandteile aus der Sammlung Landsberg in unserem Haus. Seine Expertise umfassen die Musealien und den Bibliotheksbestand sowie das Archivmaterial zu Kurt Aurig (1883-1957), dem Landsberger Fotografen.

„[…] Das Thema Landsberg, heute Gorzów, nimmt einen großen Teil des Gesamtbestandes der SBF im Haus Brandenburg ein. Mit seinem wichtigen, historischen Kulturgut und mit einer ebenso bedeutenden Sammlungsgeschichte, ist dies eine der wichtigsten Sammlungen der deutschen Ostprovinzen.“

Expertenbewertung Landsberg/Warthe – Robert Pietrowski (dt.)

Schwarz-weiß Fotografie der Warthe und Panorama der Stadt Landsberg/Warthe (heute Gorzów Wielkopolski) aus der Sammlung Landsberg.

Michał Gierke, Dr. Phil. (Geschichte), Bibliothekar in der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke der Pommerschen Bibliothek (Książnica Pomorska) in Stettin, untersuchte und bewertete 2024 unerschlossenes Archivmaterial zur Stadt Drossen/Ośno Lubuskie. Seine Expertise zu diesem Teilbestand bietet nicht nur ein Findbuch und somit einen strukturierten Einblick in die vorhandenen unerschlossenen Quellen, sondern auch eine Bewertung des vorhandenen Materials bezüglich zukünftiger Forschungsansätze.

„[…] Besondere Beachtung verdienen Gaeblers Darstellungen jener Phase der Drossener Geschichte, deren Augenzeuge er war: die Zeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Hier greift er nicht nur auf sein eigenes, aus persönlicher Erfahrung stammendes Wissen zurück, sondern auch auf bisher unveröffentlichte Erinnerungen anderer Personen. Natürlich sind derartige Darstellungen stark subjektiv gefärbt, und für eine zukünftige Nutzung müssten sie mit anderen Quellen abgeglichen und quellenkritisch kommentiert werden. Dennoch stellen sie eine wichtige Ergänzung zu den „trockenen“ amtlichen Quellen dar und können als Vergleichsmaterial nicht nur in Bezug auf Drossen, sondern auch weiter gefasst – etwa im Hinblick auf die Mentalitätsgeschichte oder die Formen des Erinnerns jener Generation, die während der NS-Zeit aufwuchs (Gaebler wurde 1930 geboren) und anschließend die traumatischen Erfahrungen der Massenvertreibungen durchlebte – herangezogen werden.“

„[…] Na szczególną uwagę zasługują opracowania Gaeblera dotyczące tego fragmentu dziejów Ośna, którego był naocznym świadkiem: okres nazizmu, II wojna światowa, wysiedlenie ludności niemieckiej. Posiłkuje się on w nich nie tylko własną wiedzą pochodzącą z doświadczenia, ale także nigdzie dotychczas niepublikowanymi wspomnieniami innych osób. Oczywiście tego rodzaju ujęcia silnie naznaczone są subiektywizmem ocen, a jeśli miałyby być w przyszłości wykorzystane, wymagają konfrontacji z innymi źródłami i odpowiedniego komentarza źródłoznawczego. Niewątpliwie stanowią one jednak istotne uzupełnienie „suchych” źródeł urzędowych, a jako materiał porównawczy mogą być wykorzystane nie tylko w odniesieniu do samego Ośna, ale znacznie szerzej – choćby w kontekście mentalności czy form pamięci pokolenia, którego wzrastało w okresie nazizmu (Gaebler urodził się w 1930 roku), a następnie doświadczyło traumy masowych wysiedleń.“

Expertenbewertung Drossen – Michal Gierke (dt.)

Expertyza Drossen – Michal Gierke (pln.)

Zeichnung eines Gebäudes aus der Sammlung Drossen (heute Ośno Lubuskie).

2023 hat der Regionalforscher und Stadtführer Paweł Cickecki der Stadt Berlinchen/Barlinek einen Teil unseres Archivbestandes zu Berlinchen eingesehen und eine Expertise dazu verfasst. Sie bietet eine Übersicht und teilweise detaillierte Angaben zu bestimmten Konvoluten innerhalb des Themengebietes.

„Die in der Stiftung Brandenburg in Fürstenwalde gesammelten Archivmaterialien zu Barlinek (Berlinchen) und Umgebung unterscheiden sich erheblich von anderen Sammlungen.  Sie sind nicht mit Archiven wie dem BLHA in Potsdam oder dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz mit Sitz in Berlin-Dahlem vergleichbar. Im Gegensatz zu den genannten Archiven, in denen überwiegend amtliche Dokumente zu finden sind, handelt es sich bei den Beständen der Stiftung Brandenburg hauptsächlich um Materialien, die von Privatpersonen stammen und nicht weiterverbreitet und zugänglich gemacht wurden, was sie so außergewöhnlich und einzigartig macht.“
“Materiały archiwalne zgromadzone w Stiftung Brandenburg w Förstenwalde dotyczące Barlinka (Berlinchen) i okolic znacząco różnią się od innych zbiorów.  Nie można ich porównywać z takimi archiwami jak BLHA w Poczdamie czy Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz z siedzibą w Berlinie Dahlem. W odróżnieniu od wspomnianych archiwów, w których znajdują się w przeważającej mierze dokumenty urzędowe, zbiory w Stiftung Brandenburg stanowią głównie materiały pozyskane od osób prywatnych, które nie były szerzej rozpowszechnione i udostępnione, stąd też ich niezwykłość i unikatowość.”

Expertyza Berlinchen – Paweł Cickecki (pln.)

Informationen über Paweł Cickecki (pln., dt.)

Alte Postkarte von Berlinchen (heute Barlinek).

Durch eine Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MFWK) 2023 wurde die Digitalisierung eines Teiles unseres historischen Kartenbestandes ermöglicht. Zu einem kleinen aber wertvollen, thematisch gebündelten Teil, nämlichden Forstrevierkarten (Zeitraum 1905 –1924) schrieb Dr. Mario Huth, Historiker und Biologe, Leiter der Beratungsstelle für ehrenamtliche Geschichtsarbeit in Brandenburg, eine Expertise dazu.

Die Forstkarten der Stiftung Brandenburg haben „in vielerlei Hinsicht einen recht großen Wert. Orts- und Heimatgeschichtlich dürften sie allesamt schon wegen der genauen Lokalisierung einiger kleiner und kleinster Orte (auch sogenannter „Abbauten“ als Folge der Separation) wertvoll sein, zumal sie ja auch noch die damaligen Ortsbezeichnungen tragen. Wegen der glücklichen Maßstäbe finden sich darüber hinaus auch Flurnamen wie „Galgenberg“ etc. genau lokalisiert.“

Epertise Forstkarten – Dr. Mario Huth (dt.)